Staatliches Seminar für Schulpädagogik (Berufliche Schulen) Stuttgart
an beruflichen Schulen
- Prüfungslehrprobe –
BWL
Thema: Zahlung mit Kreditkarte
1. Analyse der Rahmenbedingungen
1.1. Anthropogene Voraussetzungen
Die Klasse WG 11/1 besteht aus 28 SchülerInnen ( 21 w und 7 m) im Alter von 16 bis 19 Jahren. In der Klasse sind zwei Nationalitäten vertreten. Die Vorbildung der SchülerInnen ist homogen ( 4 SchülerInnen kommen vom Gymnasium, 23 SchülerInnen von der Realschule). Bis auf zwei SchülerInnen, die die Klasse 11 wiederholen, hat keiner der SchülerInnen eine kaufmännische Vorbildung.
Die Klasse 11/1 ist eine leistungsbereite Klasse. Allerdings haben sehr viele SchülerInnen der Klasse Probleme Sachverhalte aus betrieblicher Sicht einschätzen zu können, da sie Schwierigkeiten haben einen Perspektivenwechsel zu vollziehen. Die Mitarbeit insgesamt ist in normalen Unterrichtssituationen gut. Bei dem letzten beratenden Unterrichtsbesuch zeigte sich die Klasse jedoch in ungewohnter Weise stark zurückhaltend. Mit diesem Verhalten ist möglicherweise wieder zu rechnen.
Die Atmosphäre in der Klasse ist (trotz Gruppenbildung) sehr angenehm. Das Verhalten der SchülerInnen untereinander, als auch Verhältnis zwischen mir und der Klasse ist freundlich.
1.2. Soziokulturelle Voraussetzungen
Herr Wörner und ich unterrichten die Klasse gemeinsam im Fach VBRW (je 3 Wochenstunden). Herr Wörner übernimmt schwerpunktmäßig den Bereich Rechnungswesen.
2. Didaktische Analyse
2.1. Analyse der Stoffstruktur
Das Thema der Stunde „Teilnahme am elektronischen Zahlungsverkehr mit der Kreditkarte“ ist Bestandteil der LPE 4 „Materialwirtschaft“ und wird unter der LPE 4.6. „Möglichkeiten des Zahlungsverkehrs darstellen“ behandelt. Die LPE 4.6. bildet den Abschluß der LPE 4.
Der Unterpunkt „Währungsrechnen im Zahlungsverkehr“ der LPE 4.6. wird von Herrn Wörner übernommen. Diese Absprache wurde zu Beginn des Schuljahrs getroffen.
Vorstruktur
In den vorangegangenen Stunden wurde das Wesen des Girokontos und die Überweisung als bargeldlose Zahlungsform behandelt. Auf eine Gliederung der Zahlungsarten (bare, halbbare und unbare Zahlung) habe ich als Einführung verzichtet, da mir die Behandlung dieser Einteilung zu stark begriffsorientiert erscheint. Am Ende der LPE 4.6. wird auf eine entsprechende Übersicht im Lehrbuch verwiesen.
Hauptstruktur:
Die SchülerInnen sollen in dieser Stunde die Einsatzmöglichkeit der Kreditkarte kennen lernen und aus Sicht des Handels und der Kunden bewerten.
Nachstruktur:
In der Folgestunde werden die bargeldlosen Zahlungsformen POS und POZ thematisiert, verglichen und bewertet. Aus diesem Grund ist es notwendig das Lastschriftverfahren einzuführen. Desweiteren sollen die Einsatzmöglichkeiten der ec-Karte erläutert und gegenüber der Kreditkarte abgegrenzt werden.
Die Haftungsverhältnisse bei Verlust und Missbrauch der ec-Karte werden ebenfalls behandelt.
2.2 Stoffschichten
Betriebswirtschaftliche Schicht
Die Teilnahme am elektronischen Zahlungsverkehr mit der Kreditkarte betrifft eine Unternehmung in mehreren Funktionsbereichen.
Im Absatzbereich kann die Teilnahme am elektronischen Zahlungsverkehr dazu beitragen, dass neue Käuferschichten erschlossen werden, die Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleibt und der Umsatz durch Spontankäufe gesteigert wird. Außerdem kann durch die elektronische Erfassung und Speicherung der Käuferdaten wichtige Informationen bezüglich der Sortimentpolitik gewonnen werden.
Im Bereich Verwaltung lassen sich Arbeitsabläufe optimieren und somit auch kostengünstiger gestalten.
Die Kosten des elektronischen Zahlungsverkehrs (Disagio der Forderungsabtretung bei der Kreditkarte) wirken sich negativ auf den Gewinn aus. Aus diesem Grund ist eine genaue Überprüfung der erwarteten Umsatzsteigerung und der damit verbundenen Kosten notwendig, bevor ein Unternehmen Vertragspartner einer Kredtikartengesellschaft wird.
Als Co-Branding-Partner einer Kreditkartengesellschaft können neue Kundensegmente erschlossen werden. Es kann daraus eine win-win-Situation für alle Beteiligten entstehen.
Buchhalterische Schicht
Buchungstechnische Erfassung der Zahlungsvorgänge und Umsatzerlöse aus Sicht des Handels.
Rechentechnische Schicht
· Ermittlung der anfallenden Kosten (prozentualer Anteil am Umsatz), die an die Kreditkartengesellschaft zu bezahlen sind aus Sicht des Handels.
· Ermittlung der Kosten (prozentualer Anteil) bei Barabhebungen aus Sicht des Karteninhabers.
· Wähungsrechnen beim Einsatz der Kreditkarte im nichteuropäischen Ausland (nicht zwingend, aber Vorteile gegenüber dem Tauschen von Bargeld lassen sich errechnen).
Juristische Schicht
Kreditkarteninhaber, Kreditkartenorganisationen und Akzeptanzstellen gehen vertragliche Verpflichtungen ein, aus denen sich für sie Rechte und Pflichten ergeben.
Mit dem Zahlungsvorgang kommt der Käufer seiner Verpflichtung nach, den eingegangenen Kaufvertrag zu erfüllen.
Der verstärkte Einsatz von Kreditkarten als Zahlungsmittel kann den Verbraucher zu einem leichtfertigen Umgang mit dem verfügbaren Einkommen verleiten, da schneller der Überblick über bereits getätigte Ausgaben verloren geht.
Durch die Kartennutzung legt der Verbraucher eine Datenspur und macht sich zum „gläsernen“ Kunden.
Volkswirtschaftliche Schicht
Die Nutzung der Kreditkarte im Rahmen des elektronischen Zahlungsverkehrs beeinflußt als Giralgeld den Geldschöpfungsprozess.
2.3. Realitäts- und Zukunftsbezug
Die Unterrichtseinheit hat m.E. einen hohen Realitäts- und Zukunftsbezug. Die Barzahlungsquote von derzeit 80 % soll sich nach Aussage von Experten in den nächsten 10 Jahren halbieren. Im Jahr 2020 geht man davon aus, dass die Barzahlung zu den absoluten Ausnahmen gehört. Plastikgeld gewinnt immer mehr an Bedeutung. Trotz starker Zuwächse der ec-Karte als Debitkarte sehen die Kreditkartenanbieter in Deutschland erhebliche Wachstumsraten voraus. Die Kreditkarte ist ein weltweit akzeptiertes und bequemes Zahlungsmittel.
Der eurocheque als Zahlungsmittel findet kaum noch Anwendung. In verschiedenen europäischen Ländern wird er nicht mehr akzeptiert.
Die Möglichkeiten der Kreditkarte spielen für die SchülerInnen in zweifacher Hinsicht eine Rolle.
Zum einen dürfen die SchülerInnen auch schon als Minderjährige mit Zustimmung und Bürgschaftserklärung der Eltern eine Kreditkarte benutzen. Dies könnte im Rahmen eines Schüleraustauschprogramms oder einem Auslandsaufenthalt nach dem Abitur relevant werden.
Zum anderen werden sie möglicherweise in ihrem zukünftigen Berufsleben mit der Kreditkarte als Zahlungsmittel konfrontiert.
2.4. Förderung von Schlüsselqualifikationen
Folgende Schlüsselqualifikationen sollen gefördert werden:
Soziale Schlüsselqualifiaktionen
· Kooperationsbereitschaft
· Kommunikationsfähigkeit
· Teamgeist
Maßnahmen: Einsatz kooperativer Unterrichtsformen ( Gruppenarbeit, Partnerarbeit)
· Analytisches Denken
· Problemlösefähigkeit
· Urteilsfähigkeit
Maßnahme: Analyse des Falls „Beate Samson“
· Argumentationsfähigkeit
· Entscheidungsfähigkeit
Maßnahmen: begrenzte Zeit bei der Bearbeitung der Gruppenarbeit, Entscheidungsfindung, Begründung der Ergebnisse
2.5. Stoffauswahl
Ziel dieser Stunde soll sein, dass die SchülerInnen die Möglichkeiten der Kreditkarte kennen lernen, sowie Vor- und Nachteile der Kreditkarte aus unterschiedlicher Perspektive (Karteninhaber und Akzeptanzstelle) erarbeiten. Die Perspektive der Bank wird nicht thematisiert, da die Schüler generelle Schwierigkeiten haben ihre eigene Perspektive aufzugeben und einen wirtschaftlichen Sachverhalt aus einer anderen als ihrer eigenen Perspektive teilweise (nach meinen bisherigen Erfahrungen) nur schwer nachvollziehen können. Die Problematik der Vor- und Nachteile aus Sicht der Bank (Kostenreduktion, etc.) kann gegebenenfalls im Zusammenhang mit der ec-Karte thematisiert werden.
Um eng an der Problemspur zu bleiben, wird die Kreditkarte im klassischen Sinn (Charge card) behandelt. Nach Aussagen der Kreditkartengesellschaften (auch hier wieder Beschränkung auf Visa- und Eurocard als Marktführer ) ist diese Kreditkartenart die übliche Kreditkarte in Deutschland. Debit cards und Credit cards, sowie die Firmenkarten (Purchasing cards und Management cards) werden daher nicht behandelt. Co-Branding Partnerschaften werden im Bereich Absatz-Marketing (LPE 3) angesprochen.
Die SchülerInnen sollen in der Stunde eine wirtschaftliche Situation (Händlersicht) analysieren und beurteilen, ob ein Vertrag mit einer Kreditkartenorganisation eingegangen werden soll oder nicht.
Die rechtlichen Beziehungen zwischen den Vertragspartnern (Karteninhaber, Akzeptanzstelle und Kreditkartenemittent/Kartengesellschaft) werden anhand von drei typischen Fallbeispielen (Vertragspartner will Karte nicht akzeptieren/Karte ist gesperrt/Bank will nicht bezahlen) thematisiert. Die SchülerInnen sollen anhand eines Informationsblatts diese Probleme lösen. Dadurch erfolgt gleichzeitig eine Ergebnissicherung, da einige der Vorteile/Nachteile noch einmal verdeutlicht werden. Aus zeitlichen Gründen ist es geplant, dass dieser Lernschritt von den SchülerInnen als Hausaufgabe selbständig erfolgt. M.E. ist diese Vorgehensweise berechtigt, da die SchülerInnen in ihrer Selbständigkeit gefördert werden und bereits ausreichende Erfahrung mit der Anwendung von Gesetzen/Vorschriften anhand von Fallbeispielen in anderen Situationen gesammelt haben (Die LPE 4 besteht zu einem großen Teil aus rechtlichen Themen).
Bei der Darstellung der Zahlungsabwicklung wird auf das Lehrbuch verweisen.
2.6. Erkenntnisleitende Fragestellung
· Wodurch lässt sich die Barzahlung an der Kasse ersetzen ?
· Welche Vorteile bietet die bargeldlose Bezahlung mit der Kreditkarte für den Karteninhaber ?
· Welche Nachteile können sich aus der Kredtikartennutzung für den Karteninhaber ergeben ?
· Wie erfolgt die Zahlungsabwicklung bei der Kreditkarte / Wer ist beteiligt ?
· Welche Vorteile können sich für ein Einzelhandelsunternehmen als Kreditkartenvertragspartner ergeben ?
· Welche Nachteile sind mit einem Vertrag verbunden ?
· Wer hat im Fall der dargestellten Probleme Recht ?
2.7 Lernziele
Allgemeine Lernziele
Die SchülerInnen sollen:
· zu selbständigem und kooperativem Arbeiten angeleitet werden.
· ihre Gruppenergebnisse präsentieren und erläutern können
und dadurch auch ihre Sprachkompetenz trainieren können.
· Methodenkompetenz erwerben.
Fachliche Lernziele
Die SchülerInnen sollen:
· die Kreditkarte als internationales Zahlungsmittel nennen können.
· die Vor- und Nachteile der Kreditkarte aus Sicht des Karteninhabers erklären können.
· die Zahlungsabwicklung mit der Kreditkarte erläutern können.
· anhand einer konkreten wirtschaftlichen Situation die Vor- und Nachteile der Kreditkarte aus Händlersicht ableiten können.
· die Entscheidung für bzw. gegen eine Vertragspartnerschaft begründen können.
· auftretende Probleme bei der Abwicklung des Kreditkartengeschäfts mit Hilfe eines Informationsblatts lösen können.
3. Methodisch-mediale Analyse
vgl. Verlaufsplanung
4. Maßnahmen zur Erfolgssicherung
Der Erfolgssicherung dienen folgende Maßnahmen:
· poblemorientierte Vorgehensweise
· strukturiertes Arbeitsblatt
· entdecken-lassende Aktionsform
· entscheidungsorientierte Aufgaben
Verlaufsplanung
Geplantes Lehrerverhalten |
Methode |
Medien |
Didaktischer Kommentar |
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1. TZ Die Kreditkarte als weltweit akzeptiertes Zahlungsmittel
Rollenspiel: Die SchülerInnen werden auf die Kreditkarte als weltweit akzeptiertes Zahlungsmittel aufmerksam gemacht. · Wodurch lässt sich die Barzahlung an der Kasse ersetzen ? · Welche Bedeutung haben die Zeichen ? · Welche Erfahrung haben Sie bereits mit Kreditkarten gemacht ? |
„Rollen- dialog“ FE |
Mat. 1 Folie 1 |
Anknüpfung an Vorwissen |
|
2 . TZ Vor- und Nachteile der Kreditkarte als Zahlungsmittel aus Sicht des Karteninhabers Anknüpfung an der Ausgangssituation: Bevor Tina ihren Auslandsaufenthalt angetreten hat, hat sie sich über die Möglichkeiten einer Kreditkarte informiert. Die Schüler sollen anhand von Informationsmaterial der Sparkasse die Vorteile der Kreditkarte als Zahlungsmittel erarbeiten. Sie sollen sich darüber Gedanken machen, ob sich bei der Nutzung der Kreditkarte als Zahlungsmittel auch Nachteile ergeben können. · Welche Vor- und Nachteile bietet der Einsatz von Kreditkarten aus Sicht des Karteninhabers ? Einige der SchülerInnen erhalten Folien, um im Anschluß an die Partnerarbeit ihre Ergebnisse zu präsentieren. Die anderen SchülerInnen ergänzen gegebenenfalls ihre Ergebnisse bzw. ergänzen die Folien durch eigene Vorschläge. · Welche weiteren Vorteile/Nachteile sehen Sie bei der Verwendung der Kreditkarte ? |
LV PA SV FE |
AB 1 AB 2 Folie 2 Folie 2 |
Anmerkung: Das Ergebnisblatt (AB 2) könnte durchaus durch einen TA ersetzt werden, gibt aber den SchülerInnen im Rahmen der PA und der Ergebnis-präsentation eine entscheidende Orientierungshilfe |
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3. TZ Beteiligte und Zahlungsabwicklung des Kreditkarten- geschäfts Rückgriff auf die Ausgangssituation Impuls: Wie kommt der CD Laden in den USA zu seinem Geld ? Die SchülerInnen sollen im Lehrbuch S. 190 das Ablaufschema anschauen und erläutern. · Erläutern Sie den Ablauf der Zahlungsabwicklung. |
LV EA SV |
Lehr-buch S. 190 Folie 3 |
M.E. ist dieser Schritt vor der GA notwendig, um die Stellung der Akzeptanzstelle erfassen zu können und den Arbeitsauftrag der GA richtig einordnen zu können. Unterstützung der Erläuterungen durch Visualisieren des Ablaufs. |
|
4. TZ Vor- und Nachteile eines Vertrags mit einer Kreditkartengesellschaft aus Händlersicht Die Lehrerin stellt den Bezug zur Gruppenarbeit her, indem sie kurz von den Vorbehalten eines Heilbronner Einzelhändlers erzählt. Die SchülerInnen werten das Angebot und Werbematerial der Kreditkartengesellschaft aus und analysieren die Situation der Einzelhändlerin Beate Samson. Dadurch entdecken sie die Vor- und Nachteile der Kreditkarte als Zahlungsmittel aus Händlersicht und diskutieren, ob ein Vertrag mit einer Kreditkartengesellschaft eingegangen werden soll oder nicht. Die SchülerInnen präsentieren und begründen ihre Ergebnisse. · Welche Vor- und Nachteile erscheinen Ihnen wichtig ? · Welchen Rat würden Sie Beate Samson geben ? Wie begründen Sie Ihre Entscheidung ? Die Vor- und Nachteile werden auf dem Ergebnisblatt durch die SchülerInnen ergänzt. |
LV GA SV |
AB 3 Folie 2 |
Bei der Aufgabe 1 werden einige SchülerInnen meine Hilfestellung benötigen. Trotzdem halte ich die Aufgabe für angemessen. Geplant ist zunächst die Präsentation eines Gruppenergebnisses. Weitere Gruppen-ergebnisse werden vorgestellt, wenn andere Gruppen sich anders entschieden haben bzw. weiter Vor- u. Nachteile angeführt werden. |
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Hausaufgabe: 5. TZ Probleme bei der Abwicklung des Kreditkartengeschäfts Die SchülerInnen sollen anhand des dargestellten Falls „Beate Samson“ drei mögliche Probleme, die bei der Abwicklung des Kreditkartengeschäfts mit Hilfe der Vertragsbedingungen lösen. Die SchülerInnen erkennen dadurch die Rechtsstellung der Beteiligten. Anhand der Lösungen werden einige Vor- und Nachteile aus unterschiedlicher Perspektive noch einmal verdeutlicht. |
HA |
HA- blatt |
Die
Kreditkarte AB
2 und Folie 2Die Kreditkarte wird weltweit von einer großen Anzahl von Geschäften, Restaurants ,etc. (Akzeptanzstellen) als bargeldloses Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen akzeptiert.
mögliche Lösungen
|
Vorteile der Kreditkarte aus Sicht des Karteninhabers: |
Nachteile der Kreditkarte aus Sicht des Karteninhabers: |
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· Unabhängigkeit von Bargeld · Einfache Handhabung · Wird auf der ganzen Welt akzeptiert · Unabhängigkeit von unterschiedlichen Landeswährungen · Bargeldbeschaffung an Geldautomaten und bei Banken · Umsätze werden erst später auf dem Konto belastet · Sicherheit bei Verlust · Zusatzleisungen: z.B. Versicherungsschutz |
· Überblick über die Ausgaben kann verloren gehen. · Verschuldung durch Spontankäufe · Kosten der Kreditkarte |
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Vorteile der Kreditkarte aus Sicht der Händler: |
Nachteile der Kreditkarte aus Sicht der Händler: |
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· Umsatzsteigerung durch international Reisende · Erschließung einer umsatzstarken Käuferschicht · Erhöhung der Konkurrenzfähigkeit · Keine falsche Wechselgeldherausgabe |
· Hohe Provisionen schmälern den Gewinn erheblich · Forderungen werden erst zeitverzögert gutgeschrieben (Anmerkung: dieser Punkt kann nicht erwartet werden) |
Gruppenarbeit AB 3
Beate Samson hat eine kleine Modeboutique in der Heidelberger Fußgängerzone eröffnet.
Sie erhält von einer Kreditkartenorganisation (VISA) einen Werbeprospekt und ein Angebot über die Inanspruchnahme von deren Dienstleistungen. Die Kreditkartenorganisation berechnet für ihre Dienstleistungen folgenden Provisionen:
Angebot von VISA:
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Umsatz in DM |
Provision in % |
|
bis 50 000 |
2,90 |
|
50 000 – 200 000 |
2,80 |
|
200 000 – 400 000 |
2,70 |
|
400 000 – 600 000 |
2,60 |
Bei einer Laufzeit von 5 Jahren gibt es eine Verminderung der Provision um 0,2%.
Beate hat einen durchschnittlichen Monatsumsatz von ca. 400 000 DM, daraus ergibt sich ein Gewinn von ca. 8 000 DM im Monat, der weit über dem Branchendurchschnitt des Einzelhandels liegt.
1. Aufgabe:
Wie würde sich der Gewinn von Beate verändern, wenn 20% des Umsatzes mit Kreditkarte bezahlt wird (bei einer Laufzeit von 5 Jahren) ?
Werbeprospekt:

Der Mehr-Umsatz für Sie
Quantität ...
Die Mehrheit der deutschen Kreditkarteninhaber ist laut GfK (Gesellschaft für
Konsumforschung) zwischen 30 und 49 Jahre alt und hat ein monatliches Nettoeinkommen
zwischen 2.000 und 4.000 DM; 16 Prozent der deutschen Kreditkarteninhaber verfügen
über ein Netto-
einkommen zwischen 4.000 und 6.000 DM. Und diese Karteninhaber wollen ihre Kreditkarte
auch verstärkt einsetzen: 67 Prozent wollen vermehrt Kleidung damit bezahlen.
Hinzu kommen internationale Reisende, die sich in der Regel auf die Karte verlassen
– und alleine für reisebezogene Gesamtausgaben in Deutsch-
land mehr als 24 Milliarden Mark ausgeben. Beinahe ein Viertel aller Visa Umsätze
werden mit internationalen Karten getätigt - Umsätze, die ungenutzt bleiben,
wenn Visa nicht akzeptiert wird.
... und Qualität
Kreditkarteninhaber kaufen anders ein. Die durchschnittliche Transaktionshöhe
eines Einkaufes mit Kreditkarte liegt laut Europäischem Handelsinstitut (EHI)
mit 170 Mark deutlich über dem Durchschnittsbetrag mit Bargeld (45 Mark). Kreditkarten
werden zudem für höherwertige bzw. höherpreisige Einkäufe und Dienstleistungen
eingesetzt. Schließlich neigen 97 Prozent aller Karteninhaber zu Spontankäufen.
Beates Situation:
Heidelberg ist eine vom Tourismus geprägte Stadt. Der Publikumsverkehr in der Fußgängerzone ist international. Beate nimmt sehr ungern ausländische Währungen an, da sie in ihrem Geschäft noch ohne Personal arbeitet und die Umrechnung in D-Mark immer Zeit in Anspruch nimmt. Dabei hat sie sich schon öfters zu ihren Ungunsten verrechnet oder falsch herausgegeben, so dass die Kasse abends nicht stimmt.
Langfristig möchte Beate für ihre Boutique eine neue Käuferschicht (zahlungskräftige Kundschaft) erschließen und verstärkt Designer Moden verkaufen, weil hier die Gewinnspanne höher ist.
Ihr unmittelbarer Konkurrent akzeptiert bereits Kreditkarten.
2. Aufgabe:
Soll Beate Samson Vertragsunternehmen von VISA werden ? Welche Vorteile und Nachteile könnten sich daraus für sie ergeben ?
Stellen Sie alle Vorteile und Nachteile, die Ihnen wichtig erscheinen einander gegenüber. (Tragen Sie Vor- und Nachteile in das Ergebnisblatt ein.) Diskutieren Sie darüber, welchen Rat Sie ihr geben würden. Treffen Sie eine Entscheidung und begründen Sie diese. (kurze Notizen)
Die
Kreditkarte
AB
2 und Folie 2Die Kreditkarte wird weltweit von einer großen Anzahl von Geschäften, Restaurants,etc. (Akzeptanzstellen) als bargeldloses Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen akzeptiert.
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Vorteile der Kreditkarte aus Sicht des Karteninhabers: |
Nachteile der Kreditkarte aus Sicht des Karteninhabers: |
|
Vorteile der Kreditkarte aus Sicht der Händler: |
Nachteile der Kreditkarte aus Sicht der Händler: |
AB 1
Arbeitsauftrag:
Erarbeiten Sie in Partnerarbeit mit Hilfe des abgebildeten Prospekts mögliche Vorteile, die ein Kreditkarteninhaber bei der Verwendung einer Kreditkarte haben könnte.
Diskutieren Sie mit Ihrem Nachbarn, welche Nachteile für den Karteninhaber bei der Verwendung der Kreditkarte auftreten könnten.
Halten Sie Ihre Ergebnisse auf dem Arbeitsblatt fest.
Material 1
Kurzer Rollendialog:
Die WG-Schülerin Tina tritt ihre Reise als Austauschschülerin in die USA an. Sie freut sich auf ihren Aufenthalt.
Kaum in New York angekommen, entdeckt sie in dem CD Laden „Music World“ eine CD, die sie schon lange sucht.
Sie nimmt die CD und geht zur Kasse, um sie zu bezahlen.
Verkäuferin: Hello. You have a good taste. Five Dollars please.
Tina öffnet ihren Geldbeutel und stellt mit Entsetzen fest, dass sie ihre in Deutschland getauschten Dollars nicht eingesteckt hat.
Tina: Ach du liebe Zeit ! Ich habe vergessen meine Dollars einzupacken. Oh Gott oh Gott, was mach
ich jetzt ?!
Verkäuferin: Are there any problems ?
Tina: Ähm ... Ähm... I`m from Germany and I have no Dollars .....
Verkäuferin: It doesn`t matter ! Haven`t you seen the sign outside ?
Tina langt sich an den Kopf.
Tina: Stimmt ja. Ich kann ja doch bezahlen. Daran habe ich gar nicht gedacht
!!
Verwendete Literatur und Quellen:
Feist, Lüpertz, Reip (Hrsg.): Lehraufgaben zur Betriebswirtschaftslehre. Europa Verlag 1999.
Grill, W, Perczynski, H.: Wirtschaftslehre des Kreditwesens. Verlag Gehlen 1999.
Jobst,P.: Modernes Geld. Vom Tauschhandel zu electronic cash. Schülerheft. Deutscher Sparkassenverlag Stuttgart1998.
Speth, u.a. (Hrsg.): Betriebswirtschaftslehre mit Wirtschaftlichem Rechnungswesen für das berufliche Gymnasium. Band 1. Merkur Verlag Rinteln 1999.
Weber, P.: Betriebswirtschaftslehre für berufliche Gymnasien. Band 1. 11. Auflage. Verlag Gehlen 1996.
Seminarunterlagen der Veranstaltung Fachdidaktik BWL 6 Kurs R 98
Sparkassenbroschüre Stand Februar 2000 zur Eurocard Gold
Internetrecherche:
Homepages von VISA und Eurocard (und http://www.Visa.de)
Hausaufgabe
Beate Samson hat sich dafür entschieden einen 5 Jahres Vertrag mit der Kreditkartenorganisation VISA einzugehen.
1. Schon bald ärgert sie sich über die hohen Kosten, die sie bei jedem Umsatz mit der Kreditkarte bezahlen muss. Aus diesem Grund beschließt sie nur noch von ausländischen Touristen Kreditkarten zu akzeptieren. Als eine ihrer Stammkundinnen eine Bluse mit Kreditkarte bezahlen will, lehnt sie ab. Sie besteht auf Bargeld. Darf sie die Karte als Zahlungsmittel ablehnen?
2. Susi Sorglos ist begeisterte Kreditkartennutzerin, weil sie dadurch immer flüssig ist und ganz spontan sich etwas gönnen kann. Beim Bummeln in der Heidelberger Fußgängerzone entdeckt sie in Beates Boutique einen stark reduzierten Otto Kern Blazer. Dieses Designerschnäppchen kann sie sich nicht entgehen lassen. Sie möchte mit Kreditkarte bezahlen. Beate Samson prüft die Karte auf ihre Gültigkeit. Auch auf der Sperrliste ist die Karte nicht verzeichnet. Als sie nach einer Woche ihre Forderung bei der Kreditkartengesellschaft einlösen möchte lehnt diese ab, mit der Begründung Susi Sorglos hat ihr Kreditlimit weit überzogen. Kann die Kreditkartengesellschaft die Zahlung verweigern ?
3. Susi Sorglos möchte mit der Karte bezahlen. Bei der Überprüfung stellt sich heraus, dass die Karte gesperrt ist. Beate Samson lehnt die Karte ab. Völlig empört verlässt Susi das Geschäft und meint, das habe Konsequenzen. Als Vertragsunternehmen dürfe sie die Karte nicht ablehnen. Hat Susi Recht ?
Lösen Sie die Aufgaben mit Hilfe folgender Informationen:
Anmerkung:
Anhand der Lösungen wird ein weiterer Vor- und Nachteil der Kreditkarte deutlich. Tragen Sie diese in Ihr Ergebnisblatt ein.
Regieanweisungen zur LP Kreditkarte
Ich habe Ihnen ja schon angekündigt, dass wir heute Besuch haben:
Herr Ulshöfer und Herr Hartstang
Wir brauchen zwei Freiwillige, die uns einen kleinen Rollendialog vortragen:
X ist eine WG Schülerin, die an einem Schüleraustauschprogramm mit den USA teilnimmt.
X ist gerade in New York angekommen. Freut sich des Lebens und macht einen kleinen Einkaufsbummel. Sie entdeckt in einem CD Laden eine CD, die sie schon lange sucht.
Y ist die amerikanische Verkäuferin.
X nimmt die CD geht zur Kasse und legt die CD hin.
Wir schauen jetzt was weiter geschieht:
Womit könnte x bezahlen ?
Dankeschön . Sie können sich wieder hinsetzen.
Folie auflegen:
Was bedeuten diese Zeichen, von denen die Verkäuferin gesprochen hat ?
Achten Sie einmal beim Einkaufen darauf. Überall wo diese Zeichen zu sehen sind, kann man mit den Kreditkarten Eurocard und Visa bezahlen.
Kennen Sie weitere Kreditkarten ?
Welche Erfahrungen haben Sie bereits mit Kreditkarten gemacht ? Im Urlaub ?
Keine ? Das ist auch nicht schlimm. Dann können Sie heute ausreichende Erfahrungen sammeln.
Bevor Tina in die USA gereist ist, hat sie sich bei ihrer Bank über die Möglichkeiten von Kreditkarten informiert. Sie hat sich folgenden Prospekt mit genommen:
Lesen Sie den Prospekt durch und überlegen Sie sich in Partnerarbeit, welche Vorteile bzw. aber auch Nachteile eine Kreditkarte bieten kann. Beschränken Sie sich auf das, was Ihnen wichtig erscheint. Sie haben 5 Minuten Zeit.
So welche Vorteile sehen Sie in der Kreditkarte ?
Kann die Kreditkarte auch Nachteile bieten ? eventuell Folie auflegen
Frage an die anderen: Sehen Sie weitere Vorteile/Nachteile ?
Danke schön.
Betrachten wir uns noch einmal unseren Ausgangsfall:
Tina bezahlt mit Kreditkarte. Wie kommt der CD Laden Music World in New York zu seinem Geld ?
Wir spekulieren nicht lange und schauen in unserem Schulbuch nach. Schlagen Sie bitte S.190 auf.
Betrachten Sie das Schaubild zum Ablauf des Kreditkartengeschäfts.
Wer kann den Ablauf erläutern ?
Kreditkarteninhaber und Organisation gehen einen Vertrag ein. Kreditkarteninhaber erhält eine Kreditkarte. Damit kann er bei allen Vertragsunternehmen (Händler, Restaurants, etc.) die auch einen Vertrag mit der Kreditkartenorganisation (z.B. Eurocard) einkaufen. Der Händler bekommt sein Geld von der Kreditkartengesellschaft unter Abzug einer Provision.
Die Kreditkartengesellschaft bucht i.d.R. am Ende des Monats alle Zahlungen, die mit der Kreditkarte getätigt worden sind vom Konto des Karteninhabers ab. Der Karteninhaber erhält darüber eine ausführliche Auflistung.
Ich habe neulich mit einem Heilbronner Einzelhändler gesprochen, der Visa und Eurocard Vertragsunternehmer ist. Er ist alles andere als begeistert von den Kreditkarten und möchte seinen Vertrag wieder kündigen. Er hat mir vorgerechnet, wieviel Mark er von seinem Umsatz er an die Kartengesellschaft abtreten muss.
Es sieht so aus, als ob es auch Vorbehalte gegenüber der Kreditkarte gibt.
Wir schauen uns den Fall einer Heidelberger Einzelhändlerin an, die sich überlegt Vertragsunternehmen von VISA zu werden. Sie werden als Berater hin zugezogen.
Schauen Sie sich den Sachverhalt an und überlegen Sie welchen Rat Sie ihr geben würden.
In Gruppenarbeit.
Zu welchen Ergebnissen sind Sie gekommen ?